Sie wollen das neue Smartphone doch auch unbedingt haben oder?

Bildquelle: Samsung.com

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Die ständigen Entwicklungen auf dem Smartphonemarkt bescheren uns immer wieder neue Gadgets, die wir in unserem Besitz haben möchten. Da diese Geräte aber keinen dauerhaften befriedigenden Effekt auf uns haben, sind die Hersteller gewillt oder gezwungen uns mindestens einmal im Jahr neue Superlativen zu kredenzen. Doch brauchen wir wirklich wasserdichte Tablet PCs und Mobiltelefone mit Octa-Core-CPU?

Im Sog der Konkurrenz

Der Bezug auf Apple zeigt es eigentlich recht deutlich, dass was noch vor ein paar Jahren als die Innovation des Jahrhunderts galt, nämlich ein Mobiltelefon, dass außerdem auch Mp3-Player, Internet und Fotoapparat in sich beherbergt, gibt es inzwischen auch deutlich für unter 100 Euro. Alles Schnee von gestern, jetzt steckt Apple in einer Innovationskrise, denn das Smartphone lässt sich dann doch nicht eben einfach so neu erfinden. Die Nutzer sind inzwischen sehr anspruchsvoll geworden und sehnen sich ständig nach neuen Geräten, die immer schneller, besser und größer als das jeweilige Vorgängermodell sein sollen. Oder gibt uns die Industrie dieses Verlangen sogar so vor? Was geschieht aktuell mit den sportiven Smartarmbändern, die eigentlich kaum jemand wirklich braucht, zeigen diese doch nur einen ungenauen Kalorienverbrauch, die Uhrzeit und eingehende Textnachrichten an. Eigentlich keine wirklich tolle oder gar wichtige Innovation und doch jeder Hersteller, der mithalten will, bietet seine eigene Version an. Die Leute sehen sich alsbald auch genötigt eben solch ein Smartphone Zubehör haben zu wollen, denn immerhin kann es Sportarten wie Joggen managen und uns zu einem fitteren Leben verhelfen.

Neuer Markt, mehr Absatz

Dies scheint also eine neue Trendrichtung zu sein, das Smartphone und alles was dazugehört soll nach dem Business- und dem Unterhaltungsmarkt jetzt auch den Freizeit- bzw. Sportbereich erobern. Die Outdoorsmartphones haben es vorgemacht, anstatt eines edlen Metallgehäuses wird hier auf gummierte Oberflächen, kratzfeste Displays und vor allem eine lange Akkulaufzeit wertgelegt, ist ja auch klar, wer über etwas länger in der Wildnis überleben möchte, braucht auch ein Smartphone (mit dem sich auch Telefonieren lässt), dass mehr als ein Tag Power auf das Display bringt. Die Features solcher Outdoorgeräte orientieren in Richtung GPS, Höhenmesser und weitere Messdatenvorrichtungen. Diese robusten, meist auch wasserfesten Mobiltelefone haben einen Trend eingeläutet, der vielleicht als “Smartactivity“ bezeichnet werden könnte. Die bunten Armbänder mit Anzeige sind eine Entwicklung für sportbewusste Menschen, die für ihre Freizeit aber lieber auf Laufwegen zum Joggen als auf Wanderwegen unterwegs sind. In Zukunft werden im Fitnessstudio solche Accessoires sicher auch öfters gesehen.

Diese Idee der Technikindustrie ist keinesfalls blindlings umgesetzt worden – Studien, Marktforschungen und Marketingkampagnen spielen dabei ganz sicher eine wichtige Rolle. Wie sieht es dabei aktuell bei den Smartphones aus? Sie werden immer größer und schneller. Wurde noch vor einiger Zeit der Sinn von Quad-Core-CPUs bezweifelt, ziehen die ersten Modelle mit Octa-Core-Prozessoren durchs Android Lager. Solche Trends schlagen unmittelbar auch auf den Konkurrenzmarkt ein, stellt ein Hersteller ein Mobiltelefon mit 5,5 Zoll-Display vor, wird diese Größe vom nächsten Hersteller nachgebaut wenn nicht sogar übertroffen. Übrigens das iPhone ist mit seinem 4-Zoll-Display fast schon ein altertümlicher Winzling zumindest im Vergleich zu den aktuellen Phablets, es scheint, dass sich die Macher aus Cupertino nun in diesem Kampf gegen für die Größe und gegen die Handhabung entscheiden würden und nachziehen. Hinken die Kalifornier in diesem Punkt doch deutlich hinterher, so setzen sie doch mit Touch ID und dem Fingerabdrucksensor wieder eine kleine Vorgabe, die zumindest der Dauerrivale Samsung beim Galaxy S5 auch gleich umgesetzt hat.

Features: Sinnvoll oder nur verspielt?

Weiterhin können die aktuellen Geräte mit ins Schwimmbad genommen werden und sind bis zu einer Tiefe von 1,5 Metern über eine Stunde wasserdicht. In der Werbung sieht das noch ganz nett aus, wenn die Fischschwärme fotografiert werden und ganz einfach aus dem Meer via Social Network geteilt werden. Dabei ist es doch wirklich fraglich, ob sich solch schöne Exemplare in der Tiefe von eineinhalb Metern aufhalten und auf die Fotografen warten. Vielleicht taugt der Einsatz in der heimischen Badewanne ja schon eher etwas. Neben den Smartphones sind inzwischen sogar auch manche Tablet PCs für den spontanen Tauchgang geeignet, damit ließen sich zum Beispiel ein paar nette Tierfilme drehen, wenn denn die Kamera für solche Einsätze denn auch wirklich tauglich wäre.

Spätestens alle 2 Jahre wird der Smartphonenutzer zur Neuanlage geführt

Nachdem die Konkurrenz von Apple mit derlei Features vorgelegt hat, stellt sich schon auch die Frage, was man vom wertvollsten Konzern in naher Zukunft zu erwarten oder zu befürchten hat, denn die Kundschaft wird lauter und sie sehnt sich nach dem iPhone 6. Immerhin wurde mit dem 5S die 64-bit-Prozessor-Architektur und ein ausgelagerter Hilfsprozessor für noch mehr Funktionen vorgestellt. Interessanterweise kündigten die Designer noch vor dem Erscheinen von Sportbänder der gesamten Konkurrenz eine ähnliche Entwicklung mit Ausrichtung Pulsmessgerät und sogar Blutdruckmessgerät an. Dieser ausgelagerte Prozessor soll Bewegungsdaten aufzeichnen können, ohne dass die Haupt-CPU damit belastet und ausgebremst wird. Wahrscheinlich wird es also auch bei Apple bald solch ein Zubehör für das Smartphone geben, mit dem wir dann auch Sport machen können. Es ist doch beruhigend, dass sich die Konzerne ernsthaft über unsere Gesundheit Gedanken machen – obwohl sich dass ja auch finanziell rentieren soll, müssen wir doch auch weiterhin die neuste Technik für uns käuflich erwerben. Ob das sinnvoll ist oder nicht, ist oftmals leider nicht mehr unsere Entscheidung.

Denn selbst wenn sich die Nutzer mit einem Gerät über die Zeitspanne von zwei Jahren zufrieden zeigen und gar nicht an einen Wechsel denken, helfen die Hersteller dabei gerne weiter. Die inzwischen fast überall festeingebauten Akkus halten gar nicht länger als diese wenigen Jahre und die Kosten eines fachmännischen Austausch der Energiezelle lassen die meisten Nutzer dann natürlich eher zu einem Nachfolgemodell greifen, als nochmal rund 100 Euro für einen Akkutausch zu bezahlen. So erhält dann doch jeder das topmoderne Smartphone, das natürlich auch viel schneller und schöner als das Alte ist und sogar auch noch noch weiterhin zum Telefonieren genutzt werden kann.

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