Classic Blackberry? Die Kanadier wollen zurück zum Smartphone mit QWERTZ-Tastatur

bbmwctitelBeim angeschlagenen Businessphone-Pionier Blackberry scheint man sich wieder mehr auf alte Tugenden besinnen, und sich auf eine nach wie vor vorhandene Zielgruppe konzentrieren zu wollen. Mit einer Smartphonebezeichnung fängt das bereits schon an – aus dem Q20 wird das Blackberry Classic.

Erst verlor das kanadische Unternehmen seine Käufer, weil vor allem Apple und Google mit den mobilen Betriebssystemen und den dazu gehörigen Endgeräten Innovationen auf den Markt gebracht haben, denen Blackberry so nichts entgegensetzen konnte. Das eigene Umschwenken auf diese Entwicklung folgte viel zu spät, die Modelle, die sich dem nun etablierten Smartphonestandard annäherten, konnten die Blackberry Kunden, bzw. Nutzer von Konkurrenzprodukten nicht überzeugen – der Identitätsverlust war vollzogen. Seit einigen Jahren sackt der Wert des Unternehmens Stufe um Stufe in den Keller. Egal ob mit dem Versuch einer medienwirksamen Imagekampagne mit der US-Soul Sängerin Alica Keys noch das Bestreben sich trendiger zu geben, zeigten positive Wirkung. Schließlich musste der damalige CEO Thorsten Heins samt einem großen Teil der Belegschaft (40%) das Unternehmen verlassen. Ihm folgte John Chen, der sich bereits als Krisenmanager einen Namen gemacht hatte. Seine Neuerungen lauten nun: Blackberry muss wieder originaler werden.

Mit einem Scherz zur lange ersehnten Kehrtwende?

Die Kollegen von CNET.de haben sich auf der Unternehmensseite umgesehen und haben festgestellt, dass John Chen, der auf dem MWC in Barcelona das Q20 zusammen mit dem Z30 vorgestellt hatte, mit einem Scherz auf die Blackberry Bezeichnung Classic andeutete. Dieser Scherz am Rande soll nun aber tatsächlich umgesetzt werden. Das Smartphone wird nun als Classic erscheinen – bisher gibt es auf der der deutschen Website allerdings noch keine Informationen, der von CNET angesprochene Blogeintrag lässt aber davon ausgehen, dass das Q20, das in der zweiten Hälfte des Jahres erscheinen soll unter dem Namen Classic verkauft wird. Gleichlautend wird damit ein Strategiewechsel umgesetzt. Der kanadische Mobiltelefonhersteller gibt an, sich wieder mehr auf die QWERTZ-Tastaturgeräte konzentrieren zu wollen.

Tastatursmartphones könnten wieder mehr an Bedeutung gewinnen

Mit dieser Andeutung schickt sich Blackberry an, alte Tugenden aufzufrischen, denn Bedarf besteht nach wie vor an Lösungen mit haptischer Tastatur. Zwar werden aktuelle Smartphones immer größer, ein besseres Schreibgefühl geht dem aber nicht automatisch einher. Besonders im Businessbereich mit viel schriftlicher Kommunikation dürften die Tasten mit Druckpunkt immer noch ein großes Plus bedeuten. Wenn es den Kanadiern gelingt, diese Nische mit den vorhandenen Erfahrungen wieder neu zu beleben, dann könnte das Unternehmen schon bald wieder aus den Verlustregionen herauskommen. Aktuell sieht es in diesem Bereich mit Konkurrenz gut für Blackberry aus. Der damaliger Hauptkonkurrent Nokia ist inzwischen voll auf Windows Phone 8 und Microsoft, ohne Tastaturambitionen umgestiegen. Der finnische Hersteller führt zwar noch einige Modelle aus der ASHA-Reihe, diese Tastaturgeräte sind aber mehr für den Eisnteiger- als für den Business-Bereich gedacht. Blackberry könnte hier also wirklich neue Erfolge feiern.

Neuer alter Erfolg mit “Gschmäckle”

Allerdings stellt sich dann auch die Frage, warum Blackberry nicht von Anfang auf diesem Kurs geblieben ist und zwangsweise versucht hat, Apple und die Google Android Smartphone-Hersteller zu folgen. Wirklich Boden gutmachen konnten die Kanadier in dieser Zeit nicht, dafür musste fast jeder zweite Mitarbeiter das Unternehmen verlassen. Der Preis, sich auf alte Tugenden zu berufen und das mit einer neuen Führung erscheint in der Tat zwiespältig. Weiterhin scheint unter der führung von Chong Chen auch die Produktion günstiger zu werden.

Bildquelle: Blackberry.com

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